März 8, 2018

Welche Naturfasern werden für Teppiche verwendet?

Teppiche werden heute vor allem aus synthetischen Fasern hergestellt. Die sind günstig und lassen sich in so ziemliche jede Länge, Struktur und Farbe bringen. Der Trend geht jedoch auch beim Bodentextil inzwischen wieder zurück zur Natur. Deshalb stellen wir Ihnen hier ein kleines ABC der natürlichen Teppichmaterialien vor.

Tierische Naturfasern – Teppiche aus Wolle und Seide

Bei den tierischen Fasern sind es vor allem Wolle und Seide, die als Ausgangsmaterial für die Teppichherstellung dienen.

Wollteppiche

Wolle für Teppiche ist nicht gleich Wolle. Schon ihre Herkunft bestimmt ihre Eigenschaften mit. So unterscheiden wir:

• besonders widerstandsfähige Hochlandwolle
• weiche Tieflandwolle
• hochwertige Schurwolle
• günstige Gerberwolle

Oft stammt die Wolle von Schafen. Aber auch das Haar von Ziegen, Kamelen und anderen Tieren kann zu Teppichen verarbeitet werden.
Wollteppiche sind robust. Das Fett im Naturhaar macht sie widerstandsfähig gegen Verschmutzungen und Feuchtigkeit. Zudem können sich Wollfasern um etwa ein Drittel dehnen und wieder zusammenziehen. Dadurch entstehen auf Wollteppichen nicht so schnell Druckstellen.
Außerdem lieben wir von Matta Wollteppiche, weil Sie mit diesen Stärken glänzen:

– antistatisch
– strapazierfähig
– farbbeständig
– schwer entflammbar
– gut isolierend
– trittschalldämmend
– nachhaltig

Wollteppiche sind allerdings als Naturprodukt etwas sensibler in der Pflege und können nicht in jedem Raum ausgelegt werden. Zwar kann das Haar eine gewisse Menge an Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben und so das Raumklima sehr schön regulieren. In dauerhaft feuchten Räumen wie Bädern nehmen Teppiche aus Wolle jedoch schnell Schaden.

Seidenteppiche

Wir von Matta setzen vor allem auf Wolle als Material, jedoch wollen wir Ihnen auch diesen Luxus kurz vorstellen: Teppiche aus Seide. Die Gewinnung aus den winzigen Kokons des Seidenspinners ist es, die schon den Rohstoff so teuer machen. Dafür ist Seide eines der robustesten Materialien in der Natur. Seidenteppichen verleiht sie eine besonders weiche Textur und den typischen Glanz. Durch die hohe Knotendichte dieser Teppiche lassen sich selbst filigrane Designs und Ornamente klar umrissen anfertigen. Die schimmern dann je nach Lichteinfall in leicht unterschiedlichen Farbnuancen.
Wie Wollteppiche vertragen auch Teppiche aus Seide keine dauerhafte Feuchtigkeit und sind zudem empfindlicher gegen Wasser. Ähnlich wie einen Wollteppich, müssen Sie ausserdem auch den Seidenteppich vor Mottenfrass schützen.

Teppiche aus pflanzlichen Naturfasern

Günstig, vielfältig und ökologisch mit hervorragender Bilanz – damit glänzen Teppiche aus pflanzlichen Naturfasern. Die Bandbreite der Materialien ist dabei sehr gross – und teilweise überraschend.

Teppiche aus Bambus

Bambusfasern sind noch recht neu in der Teppichherstellung. Als leichte, robuste und zudem schnell nachwachsende Fasern bringen Sie jedoch viele Vorteile für Teppiche mit. Bambusteppiche sind nämlich auch feuchtigkeits- und wärmeregulierend und wirken sich dadurch günstig auf das Raumklima aus.

Teppiche aus Baumwolle

Baumwolle wird in Teppichen vor allem als Grundmaterial verwendet, weniger für den Flor, da sie recht leicht verfilzt und verschmutzt. Komplett aus Baumwolle gewebte Teppiche sind zum Beispiel die beliebten Flickenteppiche.
Baumwolle besticht durch eine enorme Robustheit, ist sehr hautfreundlich und kratzt nicht. Ausserdem ist sie das perfekte Material für Allergiker. Wird sie öfter Feuchtigkeit ausgesetzt, schimmelt sie allerdings schnell.

Teppiche aus Flachs

Flachs ist eine schon sehr lange bekannte Naturfaser, die heute in vielen Bereichen von der Baumwolle abgelöst wurde. Die glatten Fasern der Flachspflanze können sehr fein versponnen werden, sind antistatisch, schmutzabweisend und temperaturregulierend. Weitere Pluspunkte für Teppiche aus Flachs: die Faser ist sehr robust und reissfest und bringt zudem ein Milieu mit, das die Ansiedlung von Bakterien im Teppich erschwert.

Teppiche aus Hanf

Hanf ist eine der ältesten Nutzpflanzen überhaupt, deren männliche und weibliche Formen unterschiedliche Faserqualitäten liefern. Fasern weiblicher Hanfpflanzen sind gröber und werden eher für Seile verwendet. Die Fasern männlicher Pflanzen sind feiner und eignen sich daher auch sehr gut für Teppiche. Mit der Kombination beider Faserarten lässt sich die Textur zudem wunderbar variieren. Hanfteppiche erfreuen sich wachsender Beliebtheit, da sie ein sehr gutes Raumklima schaffen und aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen.

Teppiche aus Jute

Jute ist ebenfalls eine recht alte Kulturpflanze, deren Fasern von Natur aus einen charmanten, goldenen Schimmer besitzen. Sie lassen sich hervorragend färben, sind sehr reissfest und robust. Zudem hat Jute eine hervorragende Ökobilanz. Für Teppiche wird sie allerdings selten verwendet.

Teppiche aus Kokosfasern

Kokosfasern sind sehr dehnbar, aber trotzdem fest. Zudem besitzen sie einen natürlichen Schutz gegen den Befall mit Bakterien und Schimmelpilzen. Darüber hinaus ist sie auch bei dauerhafter Feuchtigkeit deutlich resistenter als andere Naturfasern für Teppiche. Allerdings sind sie nicht besonders weich. Daher werden sie eher für Matten und Teppiche im Aussenbereich eingesetzt.

Teppiche aus Mais

Es gibt Teppiche aus Mais? Ja, tatsächlich! Genauer gesagt aus Maisstärke. Und das Material ist für Teppiche sogar hervorragend geeignet, macht es sie doch recht schmutzresistent, bringt einen feinen, seidigen Glanz und eine besonders weiche Haptik mit. Ausserdem punkten Maisteppiche mit einer hervorragenden Ökobilanz.

Teppiche aus Manilahanf

Manilahanf ist ein Bananengewächs aus Ostasien, aus dem sehr widerstandsfähige, reissfeste Fasern gewonnen werden. Die werden inzwischen nicht mehr nur zu Schiffstauen, Papier, Teebeuteln oder Banknoten verarbeitet, sondern auch zu eleganten, seidig schimmernden Teppichen.

Teppiche aus Sisal

Sisal sind die Fasern einer Agavenart, die besonders zugfest und zäh sind. Das prädestiniert sie für besonders intensiv beanspruchte Teppiche wie solche im Eingangsbereich oder in einem Flur. Die feuchtigkeitsabweisenden Fasern sind allerdings etwas härter und recht grob. Auch deshalb sind Sisalteppiche eher pragmatische Gebrauchstextilien.

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